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Ölfilter im Rahmendreieck bei 1000er?
Verfasst: 20.05.2010, 08:41
von Muralis
Hallo,
aus Faulheit würde ich gerne einen externen Ölfilter montieren, optisch gesehen finde ich diese an der Motorbefestigung eher zum Erbrechen. Vielleicht kann ja jemand hier im Forum die Druckveränderung durch die Verlängerung der Schläuche schätzen, falls es bei der Verlängerung um ca. 1200 mm überhaupt beachtenswerte gibt. (Antworten von Baggerkonstrukteuren und Medizinern aus dem kardioalogischen Sektor, sofern sie zur forschenden Zunft gehören, werden bevorzugt behandelt.)
Meine Idee ist es einfach Schläuche mit größerem Innenquerschnitt zu nehmen, aber ich habe nun mal Geschichte studiert weil ich nicht rechnen kann. Ich hörte aber das es Menschen geben soll die der Physik und Mathematik nicht kopfschüttelnd gegenüber stehen würden und mir etwas fachmenschliche Unterstützung geben könnten, wobei ich nicht an einen Grundkurs: "Druckveränderung und deren Berechnung in Kapillaren" denke.
Re: Ölfilter im Rahmendreieck bei 1000er?
Verfasst: 20.05.2010, 14:08
von Laverdalothar
Bei Flüssigkeiten ist nicht die Länge des Schlauchs entscheidend für den Druck (Dehnungs-Koeffizienten mal außen vor...) sondern der Durchmesser. Schau zu, dass Du keine "verjüngung" in den Leitungs-Querschnitten hast sondern mit den gleichen arbeitest, die Laverda hatte, dann ist die Länge des Schlauchs nicht erheblich.
Piet hat den Ölfilter hinten unten am Rahmen montiert im Y-Stück des Sammlers quasi (nicht direkt dran wegen Hitze - eh klar...).
Laienhaft genug?

Re: Ölfilter im Rahmendreieck bei 1000er?
Verfasst: 20.05.2010, 15:28
von Muralis
Danke, die Idee von Piet ist noch besser
Re: Ölfilter im Rahmendreieck bei 1000er?
Verfasst: 31.05.2010, 13:44
von 1000er
Hallo Muralis,
recht hasde, der nachträgliche Filteranbau an der Motorbefestigung sieht ziemlich aufgepfropft aus. Falls die Fuhre mal zu Boden gehen sollte ist er an dieser Stelle auch sehr exponiert.
Habe auch schon überlegt den Filter zwischen Zylinder, Luftfilterkasten und Versagern unterzubringen.
Da klingt die Lösung von Piet sehr elegant. Würde mich sehr interessieren wie Sache fertig angebaut aussieht, rsp. was für Material dafür benötigt wird (z.B. Anbausatz vom Hai oder Filterplatte von Racimex)
Gruss und schönen Montach
Florian
Re: Ölfilter im Rahmendreieck bei 1000er?
Verfasst: 31.05.2010, 14:40
von Laverdalothar
Hallo Florian,
Piet nutzt eine Filter-Platte von Harley Davidson soweit ich weiß. Ist aber letztlich egal welche Filterplatte, solange sie a) den richtigen Leitungsdurchmesser hat und b) montierbar ist.
Zum Thema Sturzgefährdung der Filterplatte bei Montage an der Motorhalterung: Ich hab das (leider...) schon mehrfach ausprobiert, da passiert gar nix. Wenn Du mit nem ND-Motor auf die linke Seite fällst ist allerdings der Ölfilter auch Dein letztes Problem... Weiterfahrt ist tendenziell unmöglich, da in 99,99% aller Fällen es Dir die Zündung zerlegt.
Dennoch sehe ich es auch so, dass die Montage-Position die Piet da gewählt hat aus mehreren Gründen die bessere ist. Wenn ich nicht zu faul wäre mir mal die Maße für die Schläuche zu ermitteln, wäre die Platte auch schon längst nach hinten gewandert...
Über dem Motor halte ich nicht für sonderlich geschickt, da beim Filter-Wechsel es Dir IMMER auf den Motor "subbt". Selbst wenn Du einen Lappen unterlegst ist immer noch zu wenig Platz für einen vernünftigen Auffangbehälter...
Re: Ölfilter im Rahmendreieck bei 1000er?
Verfasst: 31.05.2010, 16:23
von Peter M.
Hallo,
hier mal eine Alternative. Der externe Ölfilter vorm Steuerkopf.
Ich hatte damals die gleichen Bedenken mit dem seitlichen Anbau (sturzgefährdet, sieht bescheiden aus). Beim Anbau ala Piet waren mir die Leitungen zu lang und Steinschlag auf den Filter könnte auch nen Problem werden.
Zugegeben sieht meine Lösung mit Verkleidung ganz manierlich aus. Bei einer Nackten müsste man schauen. Dafür spricht aber das der Filter schön im Fahrtwind liegt und die Ölkühlung ein wenig unterstützt wird.
Gruss
Peter
Re: Ölfilter im Rahmendreieck bei 1000er?
Verfasst: 31.05.2010, 18:03
von piet
Eine der wichtigsten Leistungskriterien für Flüssigkeitspumpen allerart ist die Steighöhe.... schon mal gemessen nach welcher Zeit das Öl endlich da oben ankommt? Ist ja (nur) etwa doppelt so hoch wie es sonst steigen muss, wäre mir einfach zu windig, besonders bei heissem, dunnem Öl wo die Pumpe eher einen Quirl gleicht.
piet
Re: Ölfilter im Rahmendreieck bei 1000er?
Verfasst: 31.05.2010, 21:15
von Peter M.
Hallo Piet,
stimmt mit der Steighöhe. Sind ca. 0,2m mehr als zum Kühler. Wären bei Wasser 0,02bar die die Pumpe an zusätzlichem Druck aufgrund der zusätzlichen Förderhöhe. Bei Öl aufgrund der geringeren Dichte etwas weniger. Ich denke die Druckverluste aufgrund von zusätzlichen 2m Schlauchleitung bewegen sich auf ähnlichen Niveau. Es sei den du hast dort Schläuche mit sehr grossem Innendurchmesser. läßt sich sicherlich mit vertretbaren Aufwand nachrechnen.
Wieviel Druck baut den die Pumpe überhaupt auf. Ich denke so 2bar werden es schon sein? Hast du doch sicherlich schon mal gemessen? Das wäre dann 1% des Drucks. Ich denke das ist dann eher theoretischer Natur.
Gruß
Peter
Re: Ölfilter im Rahmendreieck bei 1000er?
Verfasst: 01.06.2010, 12:58
von blökel
Hier ein paar Infos zu Pumpen, Flüssigkeiten und Leitungen.
Der Druckverlust in Leitungen ist abhängig von der Länge und noch wichtiger von der Geschwindigkeit in der Leitung. Ob die Flüssigkeit laminar oder turbulent strömt spielt bei Anwendungen in Motoren keine Rolle.
Den Zusammenhang zwischen Voumenstrom und Förderhöhe spiegelt die sogenannte Pumpenkennlinie wieder. In diesem wird dargestellt wie sich der Volumenstrom eines Mediums durch Zunahme des Gegendruckes verändert.
Bei Zahnradpumpen (Drücke bis 200bar) verläuft diese Kennlinie sehr flach, dies bedeutet das trotz Zunahme des Gegendruckes z. B. längere Leitungen, höhere Geschwindigkeit die Fördermenge nur minimal abnimmt.
Was bedeutet dies nun für unsere Laverdas ?
Der Einfluss der Leitungslänge ist unerheblich.
Der Durchmesser der Leitung hat auch keinen großen Einfluß, wenn die Geschwindigkeit der Flüssigkeit nicht zu hoch wird.
Der Einbauort des Filters genauso.
Die Filterpatronen haben Bypässe bei Verstopfung und Rücklaufsperren.
Ich habe bei meiner SFC 1000 einen Filter nachgerüstet und vorher und nachher den Druck gemessen.
Ergebnis: keine Änderung.
Der Druck steigt bei warmem Motor von 0,5 bar bei 800/min bis auf 6 bar bei 6000/min. Sollte eigentlich reichen.
Resume: Nachträglicher Anbau eines Ölfilters kein Problem. Wenn man den Filter noch senkrecht einbaut kann man ihn vorher noch komplett füllen.
Quelle: Dubbel Handbuch für den Maschinenbau oder Kolben- und Strömungsmaschinen Vieweg-Verlag.
P.S. Das Fördervolumen einer Zahnradpumpe beträgt ca. (dk^2-df^2)*Pi/4*Zahnradbreite.
Gruß
Re: Ölfilter im Rahmendreieck bei 1000er?
Verfasst: 01.06.2010, 13:21
von Laverdalothar
Also - alles egal, hauptsache Filter!
Der Unterschied ist übrigens gewaltig... Ohne Filter ist nach 500 Kilometern das Öl dunkel, nach ca. 1.000 schwarz. Mit Filter ist es nach 3.000 Kilometern bei der Jota immer noch Honig-farben...
Re: Ölfilter im Rahmendreieck bei 1000er?
Verfasst: 01.06.2010, 13:36
von Muralis
Das hört sich gewußt an, und mit Quellenangabe. Danke.
Übrigens Lothar, peile mit einer Schnur die Länge, nehme 10% Länge dazu lass dir nur für einer Seite der Schläuche die Anschlüsse machen, verlege die Dinger, markiere die Position der anderen Anschlüsse, gehe wieder zum Schlauchbauer deiner Wahl und lasse die Schläuche fertigmachen ist für mich der einfache Weg, weil ohne viel denken.
Re: Ölfilter im Rahmendreieck bei 1000er?
Verfasst: 01.06.2010, 16:25
von jl-zane
hallo (muralis?),
die geschichte mit den schlauchbauern ist mit vorsicht zu genieszen. die normalen hydraulik-schläuche und fittings haben zb. bei 9/16tel gewinde einen i-durchmeszer von 6mm. bei einem läpischen druck von 2 bar, 6 bar halte ich für ein märchen, kann man dann den motor auch gleich in die tonne tun. eine solche schlauchverpreszung hat auch einen ordentlichen preis.
meine empfehlung für solche geschichten sind teile der fa. goodridge.
grüsze jörg
Re: Ölfilter im Rahmendreieck bei 1000er?
Verfasst: 02.06.2010, 07:14
von blökel
Wieso sollen gemessene 6 bar bei 6000/min ein Märchen sein ?
Re: Ölfilter im Rahmendreieck bei 1000er?
Verfasst: 02.06.2010, 13:15
von 1000er
Hallo jl-zane (jörg),
kann leider beim besten Willen keinen Zusammenhang zwischen Schlauchbauern, 9/16tel Gewinde, läpischen 2bar Druck und der Tonne herstellen. (Die 6mm Innendurchmesser entsprechen jedenfalls den Rohrdurchmessern der Originalverschraubungen)
Würdest du bitte für mich nochmal erläutern was du gemeint hast?
Danke dir und wünsche fröhlichen Fronleichnam
Florian
Re: Ölfilter im Rahmendreieck bei 1000er?
Verfasst: 02.06.2010, 15:41
von jl-zane
so jungs,
meine erfahrungen beruhen auf einer 668.
dort habe ich ein manometer hinter dem ölfilter und vor den ölkühlern eingebaut. bei 90°c (sae 40) zeigte sich ein druck von 1,2bar bei 4k, 2,0bar bei 5k, 3,0bar bei 6k, 4,0bar bei 6,7k und letztendlich 5,0bar (hier öffnet das bypassv.) bei 7,5k.
verbaut war das grosze pumpengehäuse und die gröszere übersetzung (
http://www.torben-ritter.de/laverda/lav ... ntermenu=3 ) 1 : 1,8214.
da die spaghuffen die pumpen wohl nicht herunterentwickelt haben gehe ich davon aus, dasz die alten pumpen diese werte nicht topen.
nach vielen überarbeitungen am ölsystem habe ich die den druck auf 0,8 bar bei 2,4k (sae 50) gebracht. die unterschiede bei der visko sind nicht zu vernachläszigen, liegen aber nicht bei traumhaften 6bar bei 6k. diese geschichte habe ich des öfteren gegen gemeszen, also 40er und 50er, sowie verschiedene manometer und schalter.
diese werte bekommt man bei hydraulik-s., ich habe selber diesen fehler gemacht. der i.-durchm. bei goodridge liegt bei 9/16 gewinde, dash 6, bei etwas über 8mm.
grüsze jörg